Marina Frank - Vielseitig!

Ein katalanischer Sommer
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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


30.11.2015 - Die Rosarote Brille

Die rosarote Brille ist eine wunderbare “Erfindung“ – und sie tut so gut. Wer durch sie hindurchschaut, dem erscheint die Welt als ein Paradies. Die rosarote Brille lässt uns träumen. Alles ist ganz leicht. Wünsche gehen in Erfüllung. Es geschehen nur angenehme Dinge. Die Menschen sind freundlich. Probleme haben hier keinen Platz. Grau wird bunt, Dunkelheit zu einem strahlenden Leuchten.

Die rosarote Brille ist etwas für naive Leichtgläubige, die nur das Gute im Menschen sehen.

In Maßen verwendet, gibt sie uns Kraft. Sie macht, dass wir uns wohl und sicher fühlen. Manchmal muss man nur kurze Zeit hindurchschauen, damit es einem besser geht. Und wenn andere sich darüber lustig machen, stehen Sie ruhig dazu, sie zu tragen! Ich tue es auch!

Ein Hoch auf die rosarote Brille!

Ihre Marina Frank


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Mitgefühl

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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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