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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


14.03.2016 - Durchhalten

Kennen Sie das auch? Man ist schon lange mit einer Sache, einem Projekt beschäftigt und möchte endlich zum Schloss kommen, aber dafür braucht es noch etwas Zeit. Dann zählt nur eins: Durchhalten.

Beim Bücherschreiben geht es mir beispielsweise immer so. Je weiter ich mit einer Geschichte vorankomme, desto schneller möchte ich ans Ende gelangen, um sie Ihnen, meinen Lesern, zu präsentieren. Einen Roman gleichmäßig aufmerksam zu bearbeiten, also der Handlung und den Protagonisten immer genügend Raum zu geben, ist in meinen Augen eine Kunst. Nicht selten fallen einem Werke in die Hände, denen man anmerkt, wie schwer es sich der Autor, die Autorin – besonders auf den letzten Seiten – mit Details gemacht hat. Die Story kann noch so gut sein. Wenn der Schluss überhastet auftaucht, weil es dem Verfasser, der Verfasserin am Durchhaltevermögen mangelt, schadet dies dem gesamten Buch.

Aber beim Durchhalten geht es nicht nur um langwierige Projekte, die etwas mit unserem eigenen Handeln zu tun haben. Wenn der Winter dem Frühling keinen Platz machen will, müssen wir ebenfalls durchhalten und auf die warmen Sonnentage warten.

Auch während langer Krankheiten bleibt einem nichts anderes übrig, als durchzuhalten. Tapfer sein ist hier die Devise. Ich bewundere manche Leute, wie sie es schaffen, über Monate oder sogar Jahre zuversichtlich zu bleiben und auf Besserung zu hoffen.

Durchhalten bedeutet, nicht aufzugeben, trotz Rückschlägen dranzubleiben, weiterzumachen. Man sollte es nur nicht übertreiben. Dann könnte es quälend werden.

Was mein nächstes Buch betrifft, so werde ich jedenfalls am Ball bleiben und ihm die Zeit geben, die es verdient, damit Sie, liebe Leserinnen und Leser, hoffentlich Gefallen daran finden.

Ihre Marina Frank


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Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe