17.05.2016 - Humor
„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ heißt es doch so schön und da ist etwas dran. Wer über eine ordentliche Portion Humor verfügt, also auch mal über sich selber lachen kann, hat es leichter als der sprichwörtliche Griesgram. Manchmal kommt man auf diese Weise besser durch peinliche Situationen oder mit Niederlagen klar. Auf einer Bananenschale auszurutschen kann wehtun, aber – wenn man sich nicht ernsthaft verletzt hat – vergeht der Schmerz mit einem Lächeln auf den Lippen schneller, als wenn man sich über das Missgeschick ärgert.Wie es aussieht, nimmt auch die junge Sängerin Jamie-Lee ihren letzten Platz beim Eurovision-Song-Contest in Stockholm mit Humor. Statt sich zu grämen, hofft sie auf: „internationale Angebote …“, was auch immer das heißen mag? Ironie scheint der Hannoveranerin jedenfalls nicht fremd zu sein.
Humor zu haben, schließt den Ernst einer Sache nicht aus. Die Kunst besteht darin, angemessen damit umzugehen. Bei schwarzem Humor scheiden sich manchmal die Geister. Was dem einen gefällt, geht dem anderen zu weit. Trockener Humor wird nicht immer von allen verstanden, kann aber wunderbar sein.
Humor, der permanent unter die Gürtellinie geht und nur darauf abzielt, verursacht bei mir eher Langeweile.
Letztendlich bleibt es Ihnen allein überlassen, wie Sie damit umgehen. Ich wünsche Ihnen immer die richtige Portion Humor in der jeweiligen Situation. Auch wenn es schwerfällt: „Humor ist wenn man trotzdem lacht“.
Ihre Marina Frank
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Hier finden Sie eine weitere LeseprobeBarcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.
Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.
Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.
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