Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


06.11.2014 - Jeder Mensch hat einen Engel!

Jeder Mensch hat einen Engel. Davon bin ich fest überzeugt. Man kann ihn nicht sehen oder hören, aber er ist da. Er ist immer an unserer Seite und passt auf uns auf. Er sorgt im Stillen dafür, dass wir im richtigen Moment das Richtige tun bzw. lassen. Sie haben doch bestimmt auch schon mal gezögert und waren hinterher froh, den Schritt nach vorn nicht getan zu haben, weil plötzlich ein Radfahrer aus der verkehrten Richtung an Ihnen vorüber gesaust ist. Oder Sie hatten Glück im Unglück wie man so schön sagt und sind noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen, ohne sich ernstlich bei einem Sturz zu verletzen. Vielleicht war Ihr Schutzengel zur Stelle, um Ihnen beizustehen und Sie vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Manchmal trifft man Engel in Menschengestalt. Sie geben sich nicht zu erkennen. Erst später fällt einem auf, dass es sich bei einer solchen Person um einen Engel gehandelt haben muss.

Ich traf einmal eine Frau im Fahrstuhl, die eine wunderbar herzliche Ausstrahlung hatte. Sie sprach mich freundlich an und fragte, ob ich auch zum Arzt wolle. Wir fuhren den kurzen Weg hinauf in den dritten Stock gemeinsam. Viel miteinander gesprochen haben wir nicht, aber als sie sich von mir verabschiedete, fühlte ich mich reich beschenkt. Diese Begegnung liegt bereits über zehn Jahre zurück und sie ist mir noch immer in bester Erinnerung geblieben.

Jemand erzählte mir, er habe in einem Café gesessen, um sich dort ein wenig die Zeit zu vertreiben. Ein älterer Herr trat an den Tisch und fragte, ob er sich dazusetzen dürfe. Die beiden haben sich daraufhin über eine Stunde lang miteinander unterhalten, obwohl sie sich gar nicht kannten. Auch diese Begegnung hinterließ ihre besonders angenehmen Spuren.

Ich bin froh, über jeden Engel, der auf seine bescheidene Art für uns Menschen da ist. Man kann ihnen gar nicht genug danken. Vor allem tauchen sie immer dann auf, wenn man gar nicht mit ihnen rechnet. Engel sind nun einmal unberechenbar. Umso besser ist es also zu wissen: Jeder Mensch hat einen Engel.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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