Marina Frank - Vielseitig!

Ein katalanischer Sommer
Kommen Sie mit auf eine Reise in die katalanische Metropole Barcelona
Ein Buch über Liebe, Schuld und Abenteuerlust

Mehr Infos Bestellen

Tödliches Geschenk
Eine Familien-Idylle wird zerstört. Eine neue Niere muss gefunden werden. Und plötzlich wird auch noch ein Kind entführt...
Der ungewöhnliche Krimi zum Thema Organspende

Mehr Infos Bestellen

Esperanza

Zehn Kurzgeschichten von
Hoffnung und Liebe, Mut und Zuversicht

Geschichten, die berühren und zu Herzen gehen!

Mehr Infos Bestellen
Bootstrap Slider
Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


22.02.2016 - Missverständnisse

Missverständnisse machen uns das Leben schwer. Sie kommen überall vor und führen zu mehr Arbeit, Umwegen, Zeitaufwand, Stress, Frust, Wut und manchmal sogar zu heftigem Streit. Missverständnisse sind ungeliebte Begleiter unseres immer hektischer werdenden Alltags. Trotz allerbester Ausstattung mit modernsten Kommunikationsmitteln, wie dem Handy, dem Internet oder Festnetz-Anschlüssen, kann man sich nur schwer davor schützen, eine Information gelegentlich anders aufzunehmen und zu interpretieren, als beispielsweise vom Auftraggeber gewünscht – und schon ist die Grundvoraussetzung für ein Missverständnis erfüllt.

Viele von uns haben es heutzutage mit einer enormen Anzahl von Nachrichten, bzw. Anweisungen, Aufträgen, Bitten, zu tun, die dann auch noch möglichst rasch abgearbeitet werden müssen, denn Zeit ist bekanntlich Geld. Wer fühlt sich da nicht mal überfordert? Leistungsdruck und Müdigkeit können ebenfalls zu Missverständnissen führen oder sie zumindest begünstigen.

Manchmal fehlt schlicht und einfach eine wichtige Information. Dann handelt man auf einer veralteten oder verkehrten Basis, zieht entsprechende Schlüsse und die Sache führt zu einem Missverständnis. Wenn sich beispielsweise die Arbeitszeit eines Kollegen geändert hat und man dem Anrufer mitteilt, der Mitarbeiter sei nicht mehr im Haus, obwohl der Anrufer ausdrücklich gebeten wurde, ihn um diese Zeit anzurufen, kann es Ärger geben. Ein dummes Missverständnis.

Sprachkenntnisse sind ebenfalls eine wichtige Komponente. Wer beruflich zu Ausländern Kontakt hat und die Kommunikation kann nicht in der eigenen Muttersprache stattfinden, muss gehörig aufpassen, alles „richtig“ zu verstehen. Während eines Auslandsaufenthaltes wird die Aufmerksamkeit noch extremer gefordert, denn man bekommt es nicht nur mit anders sprechenden Leuten zu tun, sondern zusätzlich mit einer fremden Kultur – ein guter Nährboden für Missverständnisse.

Wer beispielsweise in Spanien meint, die Dinge direkt angehen zu wollen, stößt auf Widerstand. Hier kommuniziert man eher durch die Blume. Auch kritische Äußerungen werden nur ungern gesehen und als unhöflich aufgefasst. Wie schnell kann es unter diesen Umständen, selbst bei den allerbesten Sprachkenntnissen, zu Missverständnissen kommen?

Auch Vorurteile führen zu Missverständnissen. Wer von vornherein von einer vollkommen falschen Annahme ausgeht und sein Verhalten danach auslegt, kann leicht ins Fettnäpfchen treten. Hier kommt es also wieder auf den Informationsfluss an, und zwar nicht nur im Zusammenhang mit Ausländern oder anderen Kulturen. Da brauchen wir nur vor die eigene Haustür zu gucken.

Aber verteufeln wir die Missverständnisse nicht zu sehr. Sie können auch etwas Gutes haben, nämlich dann, wenn es gelingt, darüber zu reden und sie so aus dem Weg zu räumen. Ideal wäre es, eine konstruktive Fehlersuche und vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um für weitere Kontakte vorbereitet zu sein. Die funktionieren meistens sehr gut und sind sogar herzlicher.

Ich lebe schon so lange in Spanien, dass ich es mir inzwischen beinahe abgewöhnt habe, gleich zu sagen, wenn mir etwas nicht gefällt. Positive Anmerkungen sind hier übrigens immer gern gesehen. :-) Aber nicht, dass Sie mich jetzt missverstehen. Ich werde auch weiterhin meine Meinung sagen und die Dinge kritisch beäugen. Es kommt nur darauf an, wie man sich äußert. Hauptsache, am Ende gibt es kein Missverständnis.

Ihre Marina Frank


Vorheriger Beitrag vom 15.02.2016
Wer mich beleidigt, bestimme ich

Nächster Beitrag vom 29.02.2016
Ich mache das später

RSS-Feed zum Blog von Marina Frank Klicken Sie links auf das RSS-Feed-Symbol, um den Blog von Marina Frank zu abonnieren. So verpassen Sie keinen neuen Eintrag!



Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe