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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


22.02.2016 - Missverständnisse

Missverständnisse machen uns das Leben schwer. Sie kommen überall vor und führen zu mehr Arbeit, Umwegen, Zeitaufwand, Stress, Frust, Wut und manchmal sogar zu heftigem Streit. Missverständnisse sind ungeliebte Begleiter unseres immer hektischer werdenden Alltags. Trotz allerbester Ausstattung mit modernsten Kommunikationsmitteln, wie dem Handy, dem Internet oder Festnetz-Anschlüssen, kann man sich nur schwer davor schützen, eine Information gelegentlich anders aufzunehmen und zu interpretieren, als beispielsweise vom Auftraggeber gewünscht – und schon ist die Grundvoraussetzung für ein Missverständnis erfüllt.

Viele von uns haben es heutzutage mit einer enormen Anzahl von Nachrichten, bzw. Anweisungen, Aufträgen, Bitten, zu tun, die dann auch noch möglichst rasch abgearbeitet werden müssen, denn Zeit ist bekanntlich Geld. Wer fühlt sich da nicht mal überfordert? Leistungsdruck und Müdigkeit können ebenfalls zu Missverständnissen führen oder sie zumindest begünstigen.

Manchmal fehlt schlicht und einfach eine wichtige Information. Dann handelt man auf einer veralteten oder verkehrten Basis, zieht entsprechende Schlüsse und die Sache führt zu einem Missverständnis. Wenn sich beispielsweise die Arbeitszeit eines Kollegen geändert hat und man dem Anrufer mitteilt, der Mitarbeiter sei nicht mehr im Haus, obwohl der Anrufer ausdrücklich gebeten wurde, ihn um diese Zeit anzurufen, kann es Ärger geben. Ein dummes Missverständnis.

Sprachkenntnisse sind ebenfalls eine wichtige Komponente. Wer beruflich zu Ausländern Kontakt hat und die Kommunikation kann nicht in der eigenen Muttersprache stattfinden, muss gehörig aufpassen, alles „richtig“ zu verstehen. Während eines Auslandsaufenthaltes wird die Aufmerksamkeit noch extremer gefordert, denn man bekommt es nicht nur mit anders sprechenden Leuten zu tun, sondern zusätzlich mit einer fremden Kultur – ein guter Nährboden für Missverständnisse.

Wer beispielsweise in Spanien meint, die Dinge direkt angehen zu wollen, stößt auf Widerstand. Hier kommuniziert man eher durch die Blume. Auch kritische Äußerungen werden nur ungern gesehen und als unhöflich aufgefasst. Wie schnell kann es unter diesen Umständen, selbst bei den allerbesten Sprachkenntnissen, zu Missverständnissen kommen?

Auch Vorurteile führen zu Missverständnissen. Wer von vornherein von einer vollkommen falschen Annahme ausgeht und sein Verhalten danach auslegt, kann leicht ins Fettnäpfchen treten. Hier kommt es also wieder auf den Informationsfluss an, und zwar nicht nur im Zusammenhang mit Ausländern oder anderen Kulturen. Da brauchen wir nur vor die eigene Haustür zu gucken.

Aber verteufeln wir die Missverständnisse nicht zu sehr. Sie können auch etwas Gutes haben, nämlich dann, wenn es gelingt, darüber zu reden und sie so aus dem Weg zu räumen. Ideal wäre es, eine konstruktive Fehlersuche und vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um für weitere Kontakte vorbereitet zu sein. Die funktionieren meistens sehr gut und sind sogar herzlicher.

Ich lebe schon so lange in Spanien, dass ich es mir inzwischen beinahe abgewöhnt habe, gleich zu sagen, wenn mir etwas nicht gefällt. Positive Anmerkungen sind hier übrigens immer gern gesehen. :-) Aber nicht, dass Sie mich jetzt missverstehen. Ich werde auch weiterhin meine Meinung sagen und die Dinge kritisch beäugen. Es kommt nur darauf an, wie man sich äußert. Hauptsache, am Ende gibt es kein Missverständnis.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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