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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


26.10.2015 - Platzwechsel

Ein Platzwechsel kann nicht schaden. Was ich damit meine? Nun ja, probieren Sie es doch einmal aus und setzen Sie sich nicht - wie immer - auf denselben Stuhl am Tisch. Ob in der Familie oder allein. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und mögen es, den üblichen Platz einzunehmen. Niemand kommt auf die Idee, am liebgewonnenen Sitz zu zweifeln. Dabei kann es interessant sein, die Küche oder das Wohnzimmer aus einer völlig anderen Perspektive zu erleben.

Die Lichtverhältnisse, das Gefühl für den Raum und die Aufteilung der Möbel werden neu wahrgenommen. Dadurch kommt unser Gehirn in Schwung. Die Fantasie wird angeregt und vielleicht schauen wir wieder genauer hin.

Der oft so graue Alltag wird nicht bunter, wenn man auf einem anderen Platz sitzt, aber die Kommunikation verläuft in neuen Bahnen.

Stellen Sie sich nur einmal eine vierköpfige Familie beim Sonntagsfrühstück vor. Der Tisch ist mit reichlich leckeren Zutaten wie Butter, Marmelade, Brötchen, Orangensaft, Käse- und Wurstteller, Tee- und Kaffeekannen gedeckt. In einer Ecke steht ein mit Eiern gefülltes Körbchen, in der anderen die Milch. Jedes Familienmitglied wird irgendwann darauf angewiesen sein, um etwas zu bitten, zum Beispiel, wenn es ein Ei möchte oder den Tee.

Auf ganz neuen Plätzen wird sich auch der Austausch unter einander verändern.

Das mag banal klingen. Aber gerade darin liegt manchmal der Clou.

Ich stelle gern meine Möbel um. Das bedeutet für meine Mitmenschen meistens etwas Stress und Katze Hanni ist noch weniger davon begeistert, sich umzugewöhnen. Mir macht es aber Spaß.

Sie müssen ja nicht gleich Ihr ganzes Wohnzimmer umräumen. Setzen Sie sich einfach mal ans andere Ende des Tisches und schauen Sie, was geschieht. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Ihrem Platzwechsel.

Ihre Marina Frank


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Buchtipp: “Das Lavendelzimmer“ von Nina George

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Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe