Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


04.07.2016 - Raum für etwas Neues schaffen

Raum für etwas Neues schaffen, was heißt das eigentlich? Ich denke, da gibt es viele Möglichkeiten. Eine ist, sich von alten Klamotten zu trennen. Man könnte seinen Kleiderschrank durchgehen und alles aussortieren, was einem nicht mehr gefällt oder was seit über einem Jahr ungetragen auf dem Bügel hängt. Probieren Sie es einmal aus. Sie glauben gar nicht, wie viel da zusammenkommt. Und dann das gute Gefühl, wieder Platz für Neues zu haben.

Aber gehen Sie es wohlüberlegt an. Mit jedem Kleidungsstück ist ein Teil Ihrer Lebenszeit verbunden. Es steckt voller Erinnerungen, vielleicht an eine bedeutende Familienfeier, wie die Hochzeit der Schwester? Den ersten Arbeitstag in der Firma? Es hat sie begleitet, geschmückt, Ihnen Schutz vor Kälte und Nässe oder der Sonne geboten. Doch irgendwann ist es damit vorbei und man wünscht sich Raum für etwas Neues.

Manch einem fällt es leichter sich von alten Hosen und Blusen zu trennen, als dem Anderem. Das ist immer eine Frage der persönlichen Neigung. Lange getragenes Schuhwerk wegzugeben, ist für viele besonders schwierig. Mir geht es da nicht anders.

Räume für etwas Neues zu schaffen, ist aber nicht nur mit Verlust verbunden. Es kann befreiend und reinigend wirken. Weg mit dem überflüssigen Kram! Und wenn der Kleiderschrank nicht mehr aus allen Nähten platzt, weiß man das, was noch da ist, hinterher auch wieder viel eher zu schätzen.

Ihre Marina Frank


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Ein Katalanischer Sommer - Leseprobe gefällig?

Barcelona ist strahlend hell. Am tiefblauen Himmel scheint die Sonne und die Luft flimmert vor Hitze über der Plaça Catalunya im Herzen der Stadt. Touristen sitzen auf schattigen Bänken, um ein Weilchen zu rasten. Kinder füttern Tauben und jagen ihnen nach. Junge Leute haben es sich unter Bäumen auf einer kleinen Rasenfläche bequem gemacht.

Heute ist Mittwoch. Manuela steht oberhalb der Plaça neben einer Wasser-Fontäne, die ihre erfrischenden feinen Tröpfchen vom leichten Wind in alle Himmelsrichtungen davontragen lässt. Hamburg scheint ihr unendlich weit weg zu sein. Wenn sie jetzt daran denkt, kommt es ihr grau und kalt vor. Und dann ist da noch Thorsten. Auf seine Gesellschaft legt sie zurzeit keinen gesteigerten Wert. Manuela will gar nicht wissen, mit wem er sie dieses Mal betrogen hat. Sie nimmt an, dass es sich entweder um eine Sekretärin oder eine seiner Studentinnen handelt. Die jungen Mädchen himmeln ihren Herrn Professor Thorsten Schenk ja geradezu an. Manuela fragt sich, was sie dazu bewegt, ausgerechnet Kunstgeschichte zu studieren. Sie selber findet die Analyse der Werke »alter Meister« ermüdend.

Manuela schüttelt den Kopf und blickt in Richtung der Straße, um auf andere Gedanken zu kommen. Hier ist was los. Linienbusse, Lastwagen, PKWs, die Stadtrundfahrtbusse und nicht zu vergessen die für Barcelona so typischen schwarz-gelben Taxis stauen sich und kommen nur langsam vom Fleck. Motorradfahrer sausen zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern hindurch. An der Haltestelle für die Aero-Busse, mit denen die Touristen vom bzw. zum Flughafen gebracht werden – sie befindet sich direkt vor dem Gebäude des Corte Inglés, Spaniens größter Kaufhauskette – steigen Neuankömmlinge aus und strömen auf die Straße. Andere Leute drängen in den Bus, um ihre Abreise anzutreten. Auch die Gehwege sind gut besucht. Menschen aus aller Herren Länder bestaunen Geschäfte und Hotels. Manuela stört das nicht. Trotz der rund zweitausend Kilometer, die sie im Zug durch halb Europa zurückgelegt hat, fühlt sie sich frisch und ausgeruht, ja irgendwie beschwingt.

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