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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


25.04.2016 - Schlechte Verlierer

Verlieren will wohl keiner gern – ob bei einem Spiel oder anderswo, es hat immer etwas mit Verlust zu tun und den können viele von uns nur schwer hinnehmen.

Das zeigt sich bereits in der Kindheit. Wer beim Spielen vor Wut alles hinschmeißt, weil jemand Anderes gewonnen hat, fühlt sich klein und meint, auf ganzer Linie versagt zu haben. Noch schlimmer wird es für ihn, wenn der Sieger sich so richtig freut. Dann schrumpft das letzte bisschen Selbstbewusstsein des Verlierers und fällt in sich zusammen.

Manche von ihnen spielen aus Trotz weiter. Sie fordern eine Revanche, handeln unüberlegt und es sieht so aus, als legten sie es förmlich darauf an, noch mal zu verlieren. Dieses Verhalten ist selbstzerstörerisch, denn so geht die Chance auf den Sieg gegen Null. Auch bei erwachsenen schlechten Verlieren kann man das beobachten. Sie werden bockig und man könnte meinen, sie seien vier, statt vierzig Jahre alt. Wenn dann Aggressionen dazukommen, wird die Sache erst recht problematisch. Fußballfans beispielsweise, lassen ihren Frust über ein verlorenes Spiel der Lieblingsmannschaft oft an den Fans des gegnerischen Vereins aus, weil sie sich so sehr mit den Spielern ihrer „eigenen“ Mannschaft identifizieren. Eine verlorene Partie kratzt am Ego und in der Gruppe fühlen sie sich stark. Selbst wenn der Gegner besser war, den Sieg also verdient hat, müssen dessen Anhänger dafür büßen.

Viele schlechte Verlierer meiden Spieleabende im Freundeskreis oder in der Familie wie der Teufel das Weihwasser und geraten auf diese Weise gar nicht erst in die Lage, sich mit potentiellen Gegnern zu messen, andere tun es trotzdem.

Ich wünsche Ihnen, dass noch viele Siege vor Ihnen liegen, ganz gleich, ob Sie ein guter oder schlechter Verlierer sind.

Ihre Marina Frank


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Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe