Marina Frank - Vielseitig!

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Marina Frank - Ganz schön vielseitig!


10.11.2014 - Wie du mir, so ich dir

Wie du mir, so ich dir. Das ist meine Devise.
Ein nettes Wort, ein kleiner Gefallen, sind immer drin. Ich nehme mich nicht davon aus. Dass man mit einem Lächeln auf den Lippen eher ans Ziel kommt, als mit einem grimmigen Gesichtsausdruck, leuchtet wohl jedem von uns ein.

Eigentlich wollen wir alle nett und freundlich behandelt werden. Aber manchmal ist das ziemlich schwierig, weil man zum Beispiel schlecht geschlafen hat, mit dem linken Fuß aufgestanden ist und einem alles, was man anfasst, misslingt. Dann sinkt die Laune auf den Tiefstpunkt und die Toleranzgrenze wird eng. Stellen Sie sich mal vor, wie angetan Sie gerade an einem derart miesen Tag von einer freundlichen Geste sind, mit der Sie überhaupt nicht gerechnet haben!

Ich habe neulich erlebt, dass auch Ablehnung wertschätzend und höflich erfolgen kann. Man kommt zwar nicht ans Ziel, weil der Andere „Nein“ gesagt hat. Aber es liegt am Umgangston und an der Wortwahl, ob man sich persönlich davon gekränkt fühlt oder nicht. Die größte Kunst besteht für mich darin, seinen Frust nicht an der nächsten Person, der man begegnet, auszulassen. Sie kann schließlich nichts dafür, wenn ich frustriert bin, weil ich nicht ans Ziel gelangt bin!

An Freundlichkeit gegenüber anderen ist dann zwar kaum zu denken, sie erscheint mir in solchen Situationen aber besonders wichtig zu sein.

Wenn wir alle miteinander jeden Tag aufs Neue versuchen, so auf andere Menschen zuzugehen und sie so zu behandeln, wie wir es uns für uns selber wünschen, dann geht was …!

Ich sage nur: „Wie du mir, so ich dir“.

Ihre Marina Frank


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Tödliches Geschenk - Leseprobe gefällig?

»Dieses verdammte Telefon!«, rief er plötzlich und hieb mit der Faust auf den Couchtisch, sodass die Tassen auf den Untertassen tanzten. Axel war wütend. Reichte es nicht, dass er in den letzten acht Wochen wegen Bea ständig mit schlechten Nachrichten aus dem Krankenhaus rechnen musste und froh war, wenn das Telefon nicht klingelte? Nun saß er hier wie auf Kohlen und hoffte inständig auf Anna-Lenas Anruf.

Wieso kam die Familie nicht zur Ruhe? Es sah doch alles so gut aus. Beas Transplantation stand kurz bevor. Mit Sabines Niere würde sie wieder ganz gesund werden, hatten die Ärzte gesagt, und nun das! Wo war Anna-Lena?

Um viertel nach elf klingelte es an der Haustür. Axel ging, um zu öffnen. Es war Conny. Anstatt ihn wie sonst überschwänglich zu begrüßen und mit einem Redeschwall zu überfallen, stand sie nur so da. Sie sah ihn entsetzt an – einen Zettel in der Hand.

Axel verstand nicht, was das sollte. Er brauchte einen Moment, bevor er fragte: »Ist alles in Ordnung mit dir?« Er trat einen Schritt zur Seite, um Conny hereinzulassen. Sie rührte sich nicht. Es sah so aus, als sei sie an der Türschwelle festgeklebt.

»Komm ins Haus. Du wirst noch ganz nass«, sagte Axel, schob Conny mit einer Hand, die er ihr auf den Arm legte, an sich vorbei und schloss die Tür. Axel sah Conny an. Wortlos hielt sie ihm den Zettel entgegen.

»Was soll ich damit?«, fragte Axel. Conny schwieg noch immer. »Was ist denn bloß mit dir los? Hast du etwa deine Sprache verloren?«

»Lies!«, sagte Conny mit tonloser Stimme. Axel griff nach dem Zettel, der vom Regen feucht geworden war. Er las die Worte, die darauf standen, ohne deren Bedeutung zu erfassen. Sie lauteten:

Diese Transplantation darf nicht stattfinden!
Wenn Sie Ihre Tochter lebend wiedersehen wollen,
lassen Sie die Finger davon!!!

Hier finden Sie eine weitere Leseprobe